MicrotronXMS900

MS900 einrichten – in sechs Schritten

So verbinden Sie Ihren KI-Assistenten mit Ihrem MicrotronX ERP. Planen Sie eine halbe Stunde ein.

Mit dem Modul MS900 wird Ihr ERP zu einem MCP-Server. MCP – das Model Context Protocol – ist der offene Standard, über den KI-Anwendungen mit Datenquellen und Werkzeugen sprechen. Jeder MCP-fähige Assistent kann sich daran anschließen, und Sie bleiben frei in der Wahl.

Die Verbindung läuft über ein kleines Programm, das Ihr Assistent selbst startet. Es gibt nichts zu installieren, und Ihr ERP braucht keinen von außen erreichbaren Port.

Bevor Sie anfangen

  • MS900-Lizenz für die betreffende ERP-Datenbank (auf Anfrage, siehe www.microtronx.com).
  • MS900 läuft – als Windows-Dienst oder mit Administratorrechten. Pro ERP-Datenbank eine Instanz. Das ist keine Formsache: nur dann trägt sich die Instanz systemweit ein und ist für den Assistenten auffindbar. Ein laufender Prozess mit offenem Port genügt als Nachweis nicht – die Verbindung meldet dann „keine Instanz gefunden“.
  • Aktuelle ERP-Version eingespielt, damit Verwaltungstabellen und Einrichtungsmaske vorhanden sind.
  • Mindestens eine Gruppe in der ERP-Administration, die festlegt, was der Zugang darf. Ohne Gruppe bleibt er zu.
  • Ein MCP-fähiger Assistent am Arbeitsplatz.

Wie streng ist das voreingestellt?

Streng. Es gilt „erst einmal nichts“: Ein Zugang darf ausschließlich das, was seine Gruppe ausdrücklich erlaubt – Werkzeuge, Tabellen, Felder. Eine Voreinstellung „alles offen“ gibt es nicht, und einzelne Felder lassen sich gezielt sperren, auch wenn die Tabelle sonst lesbar ist.

Schreibende Zugriffe legen automatisch eine Vorversion an. Jede Änderung bleibt damit nachvollziehbar und rücknehmbar.

Einrichtung in sechs Schritten

  1. ERP einmal startenDabei landet das Verbindungsprogramm mxBridge.exe in Ihrem lokalen ERP-Verzeichnis – im Normalfall C:\Program Files (x86)\MicrotronX\MicrotronX ERP. Es gibt nichts zu installieren – kein Setup, keinen zusätzlichen Dienst.
  2. Im Assistenten einen MCP-Server eintragenJe ERP-Datenbank ein Eintrag; die Vorlagen stehen unten. Bei Claude Desktop ist das die Konfigurationsdatei unter mcpServers, bei Claude Code die .mcp.json Ihres Projektverzeichnisses.
  3. Assistenten neu startenDer Arbeitsplatz meldet sich automatisch an. Zu diesem Zeitpunkt steht genau ein Werkzeug zur Verfügung: die Statusauskunft ms900_status. Alles andere bleibt verborgen.
  4. Im Chat nach dem Status fragenBitten Sie Ihren Assistenten, ms900_status aufzurufen. Die Antwort nennt den Zustand pending („angemeldet, aber noch nicht freigegeben“) und einen Bestätigungscode. Geben Sie diesen Code Ihrem Administrator.
  5. Administrator: freigeben und Gruppe zuweisenDer Arbeitsplatz erscheint in der ERP-Administration unter MS900 KI-Zugriff → Arbeitsplätze & Gruppen → Arbeitsplätze (der genaue Weg steht unten). Der Administrator vergleicht den Code – stimmt er nicht überein, ist es eine fremde Anfrage und wird abgelehnt. Passt er, wird freigegeben und eine Gruppe zugewiesen.
  6. Fertig – die Werkzeuge erscheinen von selbstNach der Freigabe meldet der Server seine Werkzeugliste nach; Sie können sofort mit Ihrem ERP sprechen. Nur falls binnen einer Minute nichts erscheint, starten Sie den Assistenten noch einmal neu.

Wo im ERP?

Hauptmenü → Verwaltung → ERP Administration. Im Administrationsmodul links in der Navigation die Gruppe MS900 KI-Zugriff, darunter Arbeitsplätze & Gruppen. Rechts öffnen sich die Unterseiten:

  • Arbeitsplätze – Code vergleichen, freigeben, sperren, zurücksetzen
  • Gruppen – was ein freigegebener Arbeitsplatz darf
  • Klassen – die Bausteine, aus denen eine Gruppe zusammengesetzt wird
  • Einstellungen – unter anderem der Fingerabdruck für den zentralen Weg
  • Audit log – Aufzeichnung der Zugriffe

Die Statusauskunft ms900_status

Das einzige Werkzeug, das vor der Freigabe zur Verfügung steht. Es zeigt Endpunkt, Arbeitsplatz (Rechner\Benutzer), Zustand und – solange die Freigabe fehlt – den Bestätigungscode. Mit dem Zusatz {"anfrage": true} meldet es den Arbeitsplatz erneut an.

ZustandDas heißt
pendingAngemeldet, noch nicht freigegeben. Der Bestätigungscode steht daneben.
grantedFreigegeben – die Werkzeuge stehen bereit. Erscheinen sie im Chat noch nicht, hilft ein Neustart des Assistenten.
deniedGesperrt oder mit einem anderen Merkmal angemeldet. Der Administrator setzt den Arbeitsplatz zurück, danach erneut anmelden.
errorDie Instanz war nicht erreichbar – der Text daneben nennt den Grund. Meist läuft MS900 nicht als Dienst bzw. ohne Administratorrechte, oder Port und ERP-Konfiguration passen nicht zusammen.

Die Konfiguration

MS900 kann auf demselben Rechner laufen wie der Assistent oder zentral auf Ihrem Server. Danach richtet sich der Eintrag.

MS900 auf demselben Rechner

"erp-filiale1": {
  "type": "stdio",
  "command": "C:\\Program Files (x86)\\MicrotronX\\MicrotronX ERP\\mxBridge.exe",
  "args": ["--stdio", "--local", "--port", "18124", "--db", "<ERP-Konfiguration>"]
}

MS900 zentral auf dem Server

"erp-filiale1": {
  "type": "stdio",
  "command": "C:\\Program Files (x86)\\MicrotronX\\MicrotronX ERP\\mxBridge.exe",
  "args": ["--stdio", "--host", "<servername>:18124",
           "--db", "<ERP-Konfiguration>",
           "--fingerprint", "<Fingerabdruck>"]
}

Der Pfad ist der Standardordner einer ERP-Installation. Liegt Ihr ERP woanders, tragen Sie Ihr Verzeichnis ein – mxBridge.exe liegt immer dort, wo auch Ihr ERP startet.

Assistenten mit TOML-Konfiguration

Manche Assistenten – etwa ChatGPT Codex – führen ihre MCP-Server nicht in JSON, sondern in einer config.toml. Inhaltlich ist es derselbe Eintrag:

[mcp_servers.erp_filiale1]
command = 'C:\Program Files (x86)\MicrotronX\MicrotronX ERP\mxBridge.exe'
args = ["--stdio", "--local", "--port", "18124", "--db", "<ERP-Konfiguration>"]

Die einfachen Anführungszeichen um den Pfad sind Absicht: so bleiben die Schrägstriche stehen, wie sie sind.

Die Verbindung zum Server ist verschlüsselt und an den Fingerabdruck genau dieser Instanz gebunden – ein anderer Server kann sich nicht dazwischenschalten. Den Fingerabdruck zeigt die ERP-Administration unter MS900 KI-Zugriff → Arbeitsplätze & Gruppen → Einstellungen.

AngabeWannBedeutung
--stdioimmerBetriebsart für Assistenten – kein Fenster, kein eigener Port
--localgleicher RechnerDie Verbindung bleibt auf dem Gerät
--host <name>:<port>zentralBitte den Rechnernamen des Servers angeben, keine IP-Adresse
--port <nummer>optionalStandard ist 18124 – nur nötig, wenn Ihre Instanz auf einem anderen Port läuft
--db <name>immerDer Name der ERP-Konfiguration, mit der die MS900-Instanz gestartet wurde – nicht der Datenbankname auf dem Datenbankserver. Konfigurationsnamen sind je Windows-Benutzer gespeichert, derselbe Datenbestand kann bei Ihnen also anders heißen als beim Dienstkonto. Der Name muss zeichengenau stimmen; fragen Sie ihn bei Ihrem Administrator ab.
--fingerprint <wert>zentralBindet die Verbindung an das Zertifikat dieser Instanz

Mehrere Filialen, mehrere Benutzer

Mehrere Datenbanken an einem Arbeitsplatz: für jede einen eigenen Eintrag mit eigenem Namen und eigener --db-Angabe. Jeder Eintrag wird in seiner Datenbank einzeln freigegeben. Fällt eine Instanz aus, arbeiten die übrigen weiter.

Terminalserver: mehrere Benutzer können denselben Eintrag verwenden – jeder stellt aber seinen eigenen Antrag und bekommt seine eigene Gruppe. So behalten Sie die Kontrolle je Person.

Mehrere KI-Assistenten an einem Arbeitsplatz: Der Zugang gehört zum Windows-Benutzer, nicht zum Assistenten. Claude, Codex und andere teilen sich auf demselben Rechner eine Anmeldung und eine Gruppe – einmal freigeben genügt, der zweite Assistent ist sofort mit dabei. Meldet einer von ihnen „mit einem anderen Token registriert“, stammt er aus einer älteren Programmfassung; aktualisieren Sie dann Ihr ERP-Verzeichnis und starten Sie beide Assistenten neu.

Bitte beachten: ein Arbeitsplatz nutzt genau einen Weg. Wer nachträglich von „gleicher Rechner“ auf „zentral“ umstellt, lässt den Arbeitsplatz einmal in der ERP-Administration zurücksetzen und meldet sich neu an.

Lassen Sie Ihren Assistenten die Einrichtung machen

Sie müssen die Konfiguration nicht selbst tippen. Kopieren Sie den folgenden Auftrag in Ihren KI-Assistenten: Er fragt die fehlenden Angaben ab, schlägt Ihnen den fertigen Eintrag vor und begleitet Sie durch Anmeldung und Freigabe.

Hallo, bitte richte meinen MicrotronX-ERP-Zugang (Modul MS900, MCP) für dich ein.

1. Sieh zuerst nach, ob mxBridge.exe im Standardordner liegt:
   C:\Program Files (x86)\MicrotronX\MicrotronX ERP
   Liegt sie dort nicht, frag mich nach meinem ERP-Verzeichnis. Frag mich in
   jedem Fall nach dem Namen der ERP-Konfiguration (nicht dem Datenbanknamen)
   und ob MS900 auf diesem Rechner läuft oder zentral auf dem Server. Bei
   "zentral" zusätzlich: Rechnername des Servers und Fingerabdruck.
2. Baue daraus meinen MCP-Servereintrag: Art stdio, Programm mxBridge.exe,
   Argumente --stdio, dazu --local (gleicher Rechner) oder --host <name>:<port>
   (zentral), immer --db <ERP-Konfiguration>, bei zentral zusätzlich
   --fingerprint <wert>. Zeig mir den Eintrag zuerst und ändere eine Datei erst,
   wenn ich zugestimmt habe.
3. Sag mir danach, dass ich dich einmal neu starten muss.
4. Nach dem Neustart: sieh nach, welche Werkzeuge der Server anbietet. Ist nur
   ms900_status da, ruf es auf und nenne mir den Zustand und den
   Bestätigungscode.
5. Erklär mir, dass mein Administrator diesen Code im ERP vergleicht, den
   Arbeitsplatz freigibt und eine Gruppe zuweist – und dass ich dich danach noch
   einmal neu starte.
6. Meldungen wie "nicht angemeldet", "keine Berechtigung", "falsche Instanz" oder
   "keine Instanz gefunden" ordnest du bitte anhand von
   https://mcp.microtronx.com/einrichtung.html ein und sagst mir in einem Satz,
   was zu tun ist.

Trag bitte keine Kennwörter ein und ändere nichts ohne meine Zustimmung.

Ein Assistent mit Internetzugang kann diese Seite auch selbst lesen – sagen Sie ihm einfach, er soll sich https://mcp.microtronx.com/einrichtung.html ansehen. Für Maschinen gibt es dieselbe Anleitung als schlichte Textfassung: llms.txt.

Was Ihr Assistent nicht übernehmen kann

Die Freigabe und die Gruppenzuweisung macht Ihr Administrator im ERP – dorthin reicht kein Assistent. Den Bestätigungscode geben Sie Ihrem Administrator zum Vergleichen; er ist kein Kennwort und gehört nicht in fremde Hände.

Wenn etwas nicht klappt

Sie sehenDas bedeutetSo geht es weiter
„nicht angemeldet“Der Arbeitsplatz hat noch keine gültige AnmeldungAssistenten neu starten; die Statusauskunft kann einen neuen Antrag stellen
„gesperrt“ / „keine Berechtigung“Freigegeben, aber ohne GruppeAdministrator weist eine Gruppe zu
Freigegeben, aber keine WerkzeugeDie Gruppe enthält keinen aktiven BerechtigungsbausteinGruppe in der ERP-Administration vervollständigen
„falsche Instanz“Die Angabe bei --db passt nicht zur Instanz auf diesem PortDen Konfigurationsnamen beim Administrator erfragen und zeichengenau eintragen
„keine Instanzkennung …“
auch wenn MS900 sichtbar läuft
In aller Regel wurde MS900 ohne Administratorrechte gestartet – dann trägt es sich systemweit nicht ein, obwohl Prozess und Port da sind. Seltener: falscher Port oder falsche ERP-KonfigurationMS900 als Dienst einrichten oder per Rechtsklick → Als Administrator ausführen neu starten; erst danach Port und --db prüfen
„bereits anders angemeldet“Der Arbeitsplatz wurde schon über den anderen Weg angemeldetArbeitsplatz zurücksetzen lassen, dann neu anmelden
„mit einem anderen Token registriert“Zwei Anmeldungen desselben Arbeitsplatzes – bei älteren Programmfassungen legte jeder Assistent eine eigene anERP-Verzeichnis aktualisieren und beide Assistenten neu starten; besteht die Meldung fort, Arbeitsplatz zurücksetzen lassen
Arbeitsplatz ohne Rechnernamen, z. B. \benutzerDer Assistent startet das Programm in einer abgeschirmten Umgebung; ältere Fassungen konnten den Rechnernamen dort nicht ermittelnERP-Verzeichnis aktualisieren
Freigegeben, aber der Assistent zeigt weiter nur ms900_statusDer Assistent hat seine Werkzeugliste nach der Freigabe nicht neu geladenAssistenten neu starten; tritt es erneut auf, ERP-Verzeichnis aktualisieren
Gar keine AntwortMS900 ist nicht gestartet, oder der Port ist im Netz nicht erreichbarAdministrator prüft Dienst und Netzwerkfreigabe

Was Ihr Assistent zu sehen bekommt

Genau das, was Sie erlauben – und keinen Schritt mehr. Benutzerkonten, Kennwörter und die Zugangsdaten Ihres Systems sind grundsätzlich gesperrt: für jede Gruppe, in jeder Abfrage, auch dann, wenn jemand versucht, sie über Umwege zu erreichen. Lesende Abfragen werden vor der Ausführung geprüft; was nicht eindeutig zulässig ist, wird abgelehnt statt im Zweifel ausgeführt.

Auch ganz ohne Datenzugriff. Geben Sie einer Gruppe die Strukturwerkzeuge (list_tables, list_columns) und die Statistikvorlagen (get_stat_template, put_stat_template), aber nicht sql_query. Dann sieht der Assistent Tabellen, Spalten und ihre Bedeutung, aber keinen einzigen Wert. Auswertungen legt er als Vorlage in Ihrem Statistikmodul an; ausgeführt werden sie nur dort, und kein Ergebnis, keine Zeilenzahl und keine Laufzeit gehen an ihn zurück. sql_plan übersetzt für eine solche Gruppe eine Abfrage nur, statt sie auszuführen.

Ein Hinweis in eigener Sache

Darf eine Gruppe Daten lesen, liefert MS900 sie an Ihren Assistenten. Was dieser damit tut, entscheidet er – arbeitet er mit einem Cloud-Dienst, gelangen die gelesenen Inhalte zu dessen Anbieter. Das ist unabhängig von MS900 und gilt für jede KI-Anbindung.

Wählen Sie die Gruppenrechte deshalb so eng, wie Ihre Aufgabe es zulässt, und klären Sie den Einsatz mit Ihrem Datenschutzbeauftragten ab. Wir beraten Sie dazu gern.

Fernwartung durch MicrotronX

Unabhängig vom KI-Zugang kann MS900 unserem Support einen Wartungszugang öffnen – hilfreich, wenn etwas klemmt, und ohne dass Sie einen Port nach außen öffnen müssen.

  • Nur mit Ihrer Zustimmung. Jede Anfrage erscheint bei Ihnen und muss zugelassen werden.
  • Sie bestimmen den Umfang – nur lesen oder auch ändern – und das Zeitfenster.
  • Jederzeit widerrufbar. Sie beenden die Sitzung, wann Sie möchten.
  • Protokolliert. Zugriffe werden aufgezeichnet; Änderungen an Programmbausteinen legen eine Vorversion an.
  • Während einer zugelassenen Sitzung arbeitet unser Support mit den dafür vorgesehenen Wartungsrechten, nicht mit Ihren Benutzergruppen. Den Rahmen setzen Sie über Umfang und Zeitfenster – ohne Ihre Freigabe findet kein Zugriff statt.

Sie möchten das einsetzen?

Wir richten die erste Datenbank gemeinsam ein und legen die Gruppen so an, dass sie zu Ihren Abläufen passen.

Beratung anfragen

Oder direkt über www.microtronx.com.